Authentizität von Heumilch nachgewiesen

In der Heumilchproduktion dürfen Kühe nicht mit Silage gefüttert werden. Um diese Anforderung zu überprüfen, können Cyclopropan-Fettsäuren (CPFA) als Biomarker eingesetzt werden, da sie mit einer silagehaltigen Fütterung in Zusammenhang stehen. Für eine zuverlässige Anwendung dieser Marker ist jedoch eine sehr sensitive und präzise Detektion erforderlich – insbesondere dann, wenn die Zielsubstanzen nur in sehr geringen Konzentrationen vorliegen.

Im Projekt HEUMILCH, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, wurde ein Omics-basierter Ansatz eingesetzt, um CPFAs sowohl im Futtermittel als auch in der Milch unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen in Südtirol zu erfassen. Dabei wurde die sogenannte NMR-Spektroskopie und eine optimierte GC-MS-Methode kombiniert: NMR ermöglicht eine schnelle Analyse direkt im Lebensmittel, ohne es zu zerstören, während GCMS eine hochauflösende Trennung und präzise Quantifizierung der relevanten CPFAs liefert.

Die Anwendung dieses kombinierten Ansatzes bei Milch von Kühen mit silagefreier oder silagehaltiger Fütterung zeigte ein klares Ergebnis: In Heumilch konnten keine CPFAs nachgewiesen werden, während sie in der überwiegenden Mehrheit der Milchproben aus silagefütternden Betrieben vorhanden waren. Dies belegt, dass CPFAs ein robuster Marker zur Verifizierung einer silagefreien Fütterung sind.

Durch die Integration komplementärer Technologien erlaubt dieser MultiOmics-gestützte Ansatz somit eine zuverlässige Authentizitätsprüfung von Milchprodukten und stärkt die Qualitäts- und Herkunftssicherung hochwertiger Produkte.